Reden wir über das Teilen. Nicht nur, weil der Martinstag bevor steht und mindestens die Eltern vieler Kindergartenkinder mit Lampion und Mützen zum gemeinsamen Umzug aufbrechen. Gemeint ist der globale Trend der „Sharing economy“. Inzwischen hat er sich weltweit fast schon zu einem eigenen Wirtschaftszweig entwickelt.

 

Von Kleidung über Bücher bis zur ungenutzten Schlafcouch werden nicht erst seit heute viele Gegenstände geteilt – auch Autos. Besitzen ist nicht mehr so wichtig wie nutzen. Das hat der US-Ökonom Jeremy Rifkin bereits 2000 erkannt. Damals veröffentlichte er sein Buch „Access – Das Verschwinden des Eigentums“. Er schrieb, dass das Internet die Bedürfnisse der Konsumenten grundlegend verändern werde. Besitztümer würden „für den ökonomischen Prozess“ unbedeutender. „Die Ära des Eigentums geht zu Ende, das Zeitalter des Zugangs beginnt“, schrieb Rifkin.

 

Carsharing trägt zu einer umweltfreundlichen Mobilität bei und wird in Zukunft ein fester Bestandteil der Verkehrswende sein. Nicht nur mit Blick auf den Dieselskandal verschieben sich hier Linien. Nein, bei den nach 1980-Geborenen hat das eigene Auto als Statussymbol ausgedient. Wichtiger sind ihnen andere Themen. Schnelles Netz, ticketloser Nahverkehr oder gute Anschlussmöglichkeiten zwischen Bus, Bahn und Zug.

 

Inzwischen sind mehr als zwei Drittel der BundesbürgerInnen sensibilisiert durch die Rodungen im Hambacher Forst, den lahmen Kohleausstieg, die Dürre dieses Sommers, Hochwasserereignisse und Stürme mit Versicherungsschäden in Milliardenhöhe, die verfehlten CO2-Einsparziele, die Nullnummer Dieselkompromiss und Warnungen der Klimaforscher. Wen wundert es da, dass sich im aktuellen ARD-Deutschlandtrend (Oktober) rund 3/4 der Deutschen ein stärkeres Engagement der Bundesregierung beim Klimaschutz wünschen?

 

Und sie wünschen es sich nicht nur, sie wollen selbst was tun:

Eine aktuellen Umfrage des Energieversorgers EON kommt zu dem Ergebnis: Die Anschaffung eines Elektroautos kommt für rund zwei Drittel der Menschen mit Führerschein in Frage. Immer mehr Menschen ist längst klar, dass wir nicht so weitermachen können wir bisher. Der Diesel-Skandal und immer höhere Schadstoffwerte in unseren Städten verstärken das Umweltbewusstsein. Deshalb müssen wir bei der Verkehrswende Ansätze für nachhaltige Mobilität in Thüringen unterstützen – etwa die E-Mobilität. Wenn wir hier alle an einem Strang ziehen, sind wir von einem Durchbruch bei der Elektromobilität gar nicht so weit entfernt, wie oft angenommen.

 

Die ersten Ladesäulen in Thüringen für klimafreundliche und leise Elektroautos von Carsharing-Anbietern sind ein weiterer Baustein dafür. Damit können NutzerInnen die Zukunft der Mobilität im Alltag ausprobieren und sich mit der Elektromobilität vertraut machen. Mit unserer Ladeinfrastrukturstrategie (LISS) für Thüringen sollen bis 2020 insgesamt 380 neue Ladestationen entstehen. Die Kooperation mit 32 Thüringer Stadtwerken und Energieversorgern ist dabei einzigartig. Und wir kommen gut voran: Etwa 60 Prozent dieses Ziels sind bereits erfüllt.

 

Mit der Förderrichtlinie E-Mobil Invest unterstützen wir nicht nur Thüringens Stadtwerke und Energieversorger auf diesem Weg. Gefördert werden neben der Ladeinfrastruktur die Anschaffung von Elektroautos für den kommunalen Fuhrpark ebenso wie die Umrüstung von fossil betriebenen Nutzfahrzeugen auf elektrische Antriebe. Voraussetzung für die Förderung von Ladesäulen ist, dass der benötigte Strom zum Auftanken wie hier am Erfurter Hirschgarten aus sauberen Quellen wie Sonne, Wind und Wasser stammt.

 

Erneuerbare Energie macht mobil. Da macht Teilen noch mehr Freude.